Jedes Ding hat drei Seiten. Eine, die Du siehst, eine, die ich sehe, und eine, die wir beide nicht sehen.
(Paul Watzlawick)

Meine Haltung als Supervisorin und Coach

Nach dem Personzentrierten Ansatz vertraue ich darauf, dass die Basis für einen gelingenden Supervisions- bzw. Coachingprozess meine Haltung als Supervisorin bzw. Coach bildet. Diese macht sich v. a. an 3 Variablen fest (abgeleitet von Rogers 1957 formulierten 6 notwendigen und hinreichenden Bedingungen).

Unter Wertschätzung verstehe ich meine Fähigkeit und Bereitschaft, mich auf eine existentielle Begegnung mit jeder einzelnen Klientin und jedem einzelnen Klienten einzulassen, ohne sie/ihn in Wert-und Nutzen-Kategorie aufgrund ihrer/seiner Handlungen und Eigenschaften einzuordnen. Wertschätzung meint darüber hinaus, eine tiefe Achtung vor menschlichem Leben und seiner Vielfalt jenseits der Oberflächenstruktur empfinden zu können, wie sie sich im individuellen So-Sein des Gegenübers manifestiert.

Ebenso wichtig sind mir Kongruenz - Wahrhaftigkeit, Selbstaufrichtigkeit und Echtheit - im Supervisions- und Coachingkontakt. Insofern ist die personzentrierte Haltung keine antrainierte Technik oder ein über erlernte Selbstkontrolle regulierter Ausdruck, sondern hier ist die menschliche Substanz des Supervisors bzw. Coachs gefragt.

Und schließlich macht drittens das Arbeiten im personzentrierten Ansatz aus, dass ich einen Perspektivwechsel in der Supervision bzw. im Coaching vornehme, anerkenne, dass es neben dem eigenen Bezugssystem noch eine „andere Welt, sozusagen eine andere Wirklichkeit“ gibt. Nur aus dem inneren Bezugsrahmen des anderen ist einfühlendes Verstehen, Empathie, möglich, sind das Erleben der Klientin bzw. des Klienten und seine damit verbundenen Werthaltungen, Motive, Wünsche und Ängste verstehbar und können ihr/ihm letztendlich ein stückweit näher gebracht werden.